1. Die platonische Herrschaftsform passt zum Haus (oikos) nicht zum Staat (Haus: Herrschaft der Vernünftigen über „Ungleiche“ – Staat: abwechselnde Herrschaft von Freien/Gleichen kraft gemeinsamer Einsicht und Gesetzgebung).
2. Das Prinzip der Eigentumslosigkeit des ersten und zweiten Standes ist falsch. Der Staat muss ein Verband selbstständiger Bürger mit Eigentum und Familie sein („organische“ statt undifferenzierte Einheit). Eigentum erhöht auch das Interesse und die Sorge für das Eigene und die Möglichkeit, Tugenden zu entwickeln (Freundschaft, Gemeinsinn, Gerechtigkeit etc.).
3. Durch Eigentum und Selbständigkeit der „Häuser“ entstehen statt politischer Stände soziale Schichten. Die Differenz zwischen ihnen darf nicht zu gross werden, sonst versucht jede Schicht, den Staat ihren Interessen zu unterwerfen. Das führt zu den entarteten Staatsformen der Herrschaft der Reichen (Oligarchie), der Armen (Ochlokratie) oder zur Alleinherrschaft des über alle Mittel Verfügenden (Tyrannis).
Sonntag, 13. Mai 2007
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